Sturmtief „Olivia“ sorgt für arbeitsreiche Nacht

Einsatz: 33 – 38/2010
14. Juli 2010 – 20:37 bis 00:35 Uhr
Stadtgebiet Wiesbaden

Unwetter Am Mittwochabend zog das Unwettertief “Olivia” kurz aber heftig über Wiesbaden. Im Internet wurde schon vor Aufziehen der ersten Wolken vor der Stärke des herannahenden Unwetters gewarnt. Kaum erreichte das Unwetter die Stadtgrenzen liefen schon die ersten Notrufe über abgebrochene Äste, herumfliegende Teile oder beschädigte Dächer in der Leitstelle der Wiesbadener Feuerwehr ein. Nach und nach wurden gegen 20 Uhr neben den hauptamtlichen Kräften der Berufsfeuerwehr auch alle freiwilligen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk alarmiert. Für die Feuerwehr Sonnenberg wurden um 20:37 Uhr die Melder ausgelöst.

Mit 10 Einsatzkräften und den beiden Fahrzeugen, wurden bis kurz nach Mitternacht sechs Einsatzstellen von der Sonnenberger Wehr abgearbeitet. Nachdem im Gebiet „Weinreb“ seitlich der Aukammallee ein Baum, Unwetter der eine Stromleitung mitgerissen hatte, bereits von den Kollegen der Berufsfeuerwehr entfernt wurde, war die FF-Sonnenberg hauptsächlich im Ortsgebiet Bierstadt tätig. Im Dresdner Ring wurde ein loser Ast, der auf Gehweg zu stürzen drohte, mit Hilfe der Steckleiter entfernt. In der Straße „Am Wolfsfeld“ musste ein umgestürzter Apfelbaum mit zwei Motorsägen zerkleinert und zur Seite geräumt werden. Ein weiterer Baum musste in der Schultheißstraße entfernt werden. Wenige Meter weiter, drohten Kronenteile eines Baumes auf die Straße zu stürzen. Gesichert durch eine Feuerwehrleine, konnte die Baumkrone abgelassen und mit einer Motorsäge zerkleinert werden. In der Sonnenberger Danziger Straße wurden schließlich noch auf den Gehweg ragende Teile einer umgestürzten Fichte zur Seite geräumt.

Unwetter Nach einer kurzen Bereitschaftszeit im Feuerwehrhaus, konnten die Sonnenberger Kameraden gegen halb 1 Uhr in der Nacht die Einsatzbereitschaft aufheben. Auch im restlichen Stadtgebiet kehrte langsam wieder Ruhe ein. Nur noch vereinzelte Einsatzstellen mussten abgearbeitet werden.

Im Wiesbadener Stadtgebiet mussten insgesamt 300 Einsatzstellen abgearbeitet werden. Neben vielen umgestürzten Bäumen, Brandmeldeanlagen und teils abgedeckten Dächern wurde ein Ehepaar in der Maybachstraße unter einem Baum begraben. Beide kamen mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus. In der Blücherstraße stürzte ein über zwei Tonnen schwerer Kamin um, zerbrach in zwei Teile, verkeilte sich im Dachgiebel und drohte abzustürzen. Unwetter Wie auch an einigen anderen Stellen vorher musste hier die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr anrücken. Doch die Sicherungsmaßnahmen kosteten viel Zeit. Mit zwei Drehleitern und einem Kran konnte das große Kaminteil gestützt werden. Für das kleinere Teil bereitete das THW ein Gerüst vor. Feuerwehr und THW waren noch bis zum Donnerstagnachmittag beschäftigt, bis der Schornstein schließlich sicher geborgen war. Zeitgleich forderte die Rauchentwicklung durch einen Großbrand in Mainz Schadstoffmessungen der Wiesbadener Feuerwehr im Stadtgebiet.

Auch Oberbürgermeister Dr. Müller dankte den Einsatzkräften: „Mehr als 400 Helferinnen und Helfer von Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und Rettungsdiensten waren in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag unterwegs, um Sturmschäden zu beseitigen, Gefahrenstellen zu entschärfen und die Wiesbadener Bevölkerung vor weiteren Schäden zu schützen. Viele von ihnen sind ehrenamtlich tätig und viele sind nach den körperlich schweren Einsätzen am Morgen wieder an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Das ist eine große Leistung, vor der ich großen Respekt habe“, stellt Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller fest und dankt allen Rettern für deren Engagement, das weit über das übliche hinausgehe.

FF-Sonnenberg: 10 Einsatzkräfte mit LF 8/6 und MTF
FF-Rambach: —
BF Wiesbaden: —
Sonstige Kräfte: —

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