Feuerwehr übt Personensuche im Stadtwald

Einsatzübung

Am Freitagabend haben Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden sowie der Berufsfeuerwehr die Suche von zwei verletzten Personen im Wald zwischen Kellerskopf und Platte geübt. Unterstützt wurde die Feuerwehr dabei auch durch das städtische Forstamt. Mit dem Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 und dem geländegängigen Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 waren auch die Sonnenberger Feuerwehrkräfte beteiligt. Das Feuerwehrhaus in Sonnenberg fungierte zudem als ersten Bereitstellungsraum für einen Teil der Kräfte.

Angenommen wurde, dass ein Radfahrer im Waldgebiet nördlich des Kellerskopfes gestürzt war. Da kein Handyempfang bestand, machte sich sein Begleiter auf den Rückweg Richtung Platte, stürzte jedoch ebenso. Glücklicherweise konnte er jedoch an seinem neuen Standort über Notruf 112 die zentrale Leitstelle der Feuerwehr Wiesbaden über den Notfall informieren.

Den Einsatzbearbeitern in der Leitstelle gelang es durch eine strukturierte Notrufabfrage und eine Ortung des Anrufers ein erstes Lagebild zu erlangen. Sie entsendete den Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, ein geländegängiges Spezialfahrzeug (ATV), sieben Freiwillige Feuerwehren inkl. Führungskomponenten, die Rettungshundestaffel sowie den Rettungsdienst in das Übungsgebiet. Außerdem wurden Mitarbeiter des städtischen Forstamtes informiert, welche vor Ort mit Ortskenntnis und Fachwissen unterstützten.

Aufgrund der vorhandenen Positionsangabe konnte der erste Radfahrer von den Einsatzkräften schnell lokalisiert und erstversorgt werden. Anschließend wurde er von den Einsatzkräften aus dem unwegsamen Waldgebiet transportiert und an die Besatzung eines Rettungswagens übergeben werden.

Die Rettung des zweiten Verletzten gestaltete sich deutlich schwieriger, da hier keine Positionsangabe vorlag. Die systematische Suche im Waldgebiet musste deshalb vom Einsatzleiter mit Unterstützung der Informations- und Kommunikationsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr umfangreich geplant werden. Einsatzkräfte wurden deshalb in einem Bereitstellungsraum zusammengezogen um ihnen anschließend Gebiete im Wald zur Absuche zuzuweisen. Dabei kamen auch mehrere Rettungshunde zum Einsatz.

Nach rund zwei Stunden konnte auch der zweite Radfahrer lokalisiert werden. Nach der medizinischen Versorgung wurde er von Einsatzkräften aus dem Waldgebiet gebracht und an den Rettungsdienst übergeben.

Dass das beübte Szenario einen hohen Bezug zur Realität hat, zeigte sich im Übungsverlauf, in welchem die Leitstelle tatsächlich einen Notruf über einen gestürzten Mountainbiker auf der Downhill-Stecke am Schläferskopf erhielt. Kräfte der Feuerwachen 1 und 2, ein Rettungswagen sowie ein Notarzt-Einsatzfahrzeug wurden entsendet und konnten vor Ort einen verletzten 14-jährigen Jungen vorfinden. Dieser wurde vom Rettungsdienst versorgt und anschließend mit Schleifkorbtrage und geländegängigem Spezialfahrzeug zum Rettungswagen gebracht. Sowohl die genauere Ortsangabe im Notruf als auch die Tatsache, dass Passanten als Einweiser für die Feuerwehr fungierten sind hier positiv hervorzuheben.

Um ähnliche Szenarien in der Realität zu vermeiden, empfiehlt die Feuerwehr die ausgewiesenen Rad- und Wanderwege im Wald nicht zu verlassen. Außerdem solllten stets Familienmitglieder oder Bekannte darüber informiert werden, in welchem Gebiet man unterwegs ist. Touren sollten nach Möglichkeit nie alleine unternommen werden. Für den Notfall sollte ein Mobiltelefon mit geladenem Akku zur Verfügung stehen. Zur schnellen Ortung im Gelände empfiehlt sich die GPS Position bei einem Notruf mitzuteilen, die von vielen modernen Telefonen angezeigt werden kann. Die Nutzung der Ortungsfunktion setzt aber voraus, dass auf dem Telefon eine entsprechende App installiert ist und man sich bereits vor Tourenbeginn mit deren Bedienung auseinandergesetzt hat.

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