Dem Unimog geht zur Geburtstagsparty die Luft aus

Manchmal kommt es anders als man denkt. Auch bei einer Geburtstagsparty. Wer kennt das nicht: Seit Tagen gibt es kein anderes Thema, alle Gäste sind geladen, die Vorbereitungen gemacht, die Vorfreude ins Unermessliche gestiegen. Und dann, ausgerechnet am Tag der Feier, wird das Geburtstagskind krank. So ähnlich erging es des Sonnenberger Feuerwehrleuten beim diesjährigen Tag der Feuerwehr. Eine Veranstaltung, die vor Jahren an die Stelle der Kerb getreten ist und mit der die Sonnenberger Floriansjünger sich selbst, ihre Ausrüstung und ihr Können der Öffentlichkeit präsentieren.

In diesem Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des Sonnenberger Tanklöschfahrzeugs. Ein Unimog U1300L, Baujahr 1988. 30 Jahre, und kein bisschen Einsatzmüde. Gerade erst kürzlich waren die Fähigkeiten des Fahrzeug bei der  Waldbrandbekämpfung und bei mehreren Unwettereinsätzen gefragt. „Die hohe Geländegängigkeit des Unimogs ist insbesondere in der Stadtrandlage Sonnenberg vom unschätzbarem Vorteil, denn hier geht es schnell hinauf in den Taunus, auf Feld- und Waldwegen, die für normale Löschfahrzeuge schnell unpassierbar werden.“ erklärt der Sonnenberger Wehrführer und Vorsitzender des Feuerwehrfördervereins Maximilian Abel.

Doch zu der durchgängig sehr gut besuchten Geburtstagsfeier, zu der mehrere Unimogs und geländegängige Fahrzeuge des THW, der Bundeswehr und des Katastrophenschutzes angereist waren, ging dem Jubilar die Luft aus. „Auch die sehr robuste Technik des Unimogs ist vor Verschleiß nicht gefeit“ erläutert Abel. „Der Unimog leistet uns seit vielen Jahren treue Dienste in Sonnenberg und ist im Gefahrenabwehrsystem der Stadt Wiesbaden ein wichtiger Baustein. Aber nach 30 Jahren im Dienst kann ein Defekt am Luftkompressor leider  vorkommen“.

Überreichen den Geburtstagskuchen: v.l.n.r.: Johannes Tiebel (Vorstandsmitglied des Fördervereins), Andreas Kleber (Abteilungsleiter „Freiwillige Feuerwehren“ der Berufsfeuerwehr), Maximilian Abel (Wehrführer und Vorsitzender des Fördervereins) und Lorenz Grebner (Stellv. Stadtbrandinspektor).

Anstelle der geplanten Vorbeifahrt aller Fahrzeuge und einer Löschvorführung mit dem Geburtstagskind konnten sich die Gäste vom technischen Geschick der Sonnenberger Feuerwehrleute überzeugen. Denn die beugten sich über die geöffnete Motorhaube und schraubten intensiv, um ihr Tanklöschfahrzeug wieder flott zu kriegen. Bis der Unimog am Abend dann mit Blaulicht und Martinshorn unter großem Applaus der Gäste eine Ehrenrunde drehen konnte, ließen sich Feuerwehrleute etwas einfallen: Geburtstagskuchen und Feuerwehr-Malbücher fanden bei den Kindern reißenden Absatz. Und ganz spontan sprangen die Geburtstagsgeäste für ihren kranken Gastgeber ein: Rundfahrten in den angereisten historischen Geländefahrzeugen ließen die Kinderherzen höherschlagen.

Fotos: Svenja Baum / Sebastian Stenzel

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